Von der Gaming-Branche in den OP-Saal: VR und AR im Gesundheitswesen

Der erste Bereich, der die virtuelle Realität für sich entdeckte, war die Gaming-Branche: Die Spieler konnten noch tiefer in die verschiedenen Games eintauchen als vorher und durch das Gefühl, selbst Teil des Spiels zu sein, wurden beispielsweise Horror-Spiele noch gruseliger. Mittlerweile haben weitere Branchen den Nutzen der virtuellen Realität für sich entdeckt – unter anderem auch das Gesundheitswesen.

Was verbirgt sich hinter den Begriffen VR und AR?

Die Abkürzung VR steht für Virtual Reality (auch virtuelle Realität) und AR bedeutet Augmented Reality. Der Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen besteht darin, dass bei VR eine komplett neue „Welt“ erschaffen wird, wohingegen bei AR die tatsächliche Realität nur erweitert wird, beispielsweise durch eine sogenannte Datenbrille.

Die virtuelle Realität in der Life Science Branche

Wenn es um den Nutzen von VR für den Gesundheitsbereich geht, ist der erste große Anwendungspunkt die Ablenkung. Vor allem Patienten mit starken Schmerzen, wie zum Beispiel Verbrennungsopfer, denen die Verbände gewechselt werden müssen, kann durch eine virtuelle Welt Linderung verschafft werden. Da die Patienten in eine andere Welt eintauchen und sich so auf andere Dinge konzentrieren, werden die Schmerzen in den meisten Fällen nicht mehr so stark wahrgenommen. Eine weitere Situation, in der VR durch Ablenkung helfen kann, sind Reha-Übungen. Viele Personen haben kaum Motivation und erst recht keinen Spaß an diesen Übungen, da diese sehr anstrengend sein können. Doch durch die Kombination aus VR und Gamification machen die Übungen direkt deutlich mehr Spaß. Die Patienten befinden sich beispielsweise in einem Hindernisparcours und müssen Gegenständen ausweichen oder sich unter etwas hindurch ducken.

Virtual Reality und psychische Erkrankungen

Ein weiterer großer Bereich sind psychische Erkrankungen, unter anderem Angststörungen, Phobien oder Traumata. Dank der virtuellen Realität können Therapeutinnen und Therapeuten ihre Patienten mit jeglichen Situationen konfrontieren. Die Konfrontationstherapie ist insbesondere bei Phobien ein wirksames Mittel. Ein klassisches Beispiel hierfür ist die Behandlung der Spinnenphobie, bei der mit den Patienten in verschiedenen Etappen geübt wird. Zunächst sehen sie sich das Bild einer Spinne an und gelangen irgendwann an den Punkt, an dem die Patienten sich sogar eine Spinne auf ihre Hand setzen lassen. Bei einer solcher Phobie wäre eine virtuelle Umgebung nicht zwingend notwendig. Anders sieht es allerdings beispielsweise bei großer Flugangst aus. Hier könnten VR-Brillen eingesetzt werden, dank der sich Patienten mit ihren Angstauslösern in einer sicheren Umgebung auseinandersetzen können. Gleiches gilt für Personen mit Traumata: Auch hier ist bewiesen, dass es sehr hilfreich ist, wenn Patienten die Trauma-auslösenden Situationen ein ums andere Mal wieder erleben, denn dadurch können die starken empfundenen Emotionen abgeschwächt werden. Auch hier ist die Nutzung einer virtuellen Welt ein guter Ansatz, da die entsprechenden Situationen sehr genau imitiert werden können, um das Ganze noch realistischer zu gestalten.

VR-Brillen zu Trainingszwecken für Ärzte

Auch Ärzte können von der virtuellen Realität profitieren. Vor allem im Einsatz beim Training vor einer Operation können Ärzte VR-Brillen nutzen, um sich noch besser auf Eingriffe vorzubereiten, wenn es sich beispielsweise um eine außergewöhnlich komplizierte Operation handelt. Gerade Medizinstudenten haben so die Möglichkeit, ganz anders auf den späteren Beruf vorbereitet zu werden. Bisher wurden hier vor allem Leichen oder Tiere zu Übungszwecken eingesetzt.

Was sind die Anwendungsbereiche von Augmented Reality?

Datenbrillen können Ärzte bei Operationen unterstützen, indem sie zum Beispiel mithilfe einer Infrarot-Kamera erkranktes Gewebe visuell markieren. Das kam unter anderem bereits bei einer Lymphknotenerkrankung zum Einsatz: mithilfe der Brille wurde angezeigt, wo genau sich das erkrankte Gewebe befindet und ob dies vollständig entfernt wurde. Auch zuvor aufgenommene Röntgenbilder können dank einer Datenbrille während einer Operation auf die Knochenstruktur „gelegt“ werden, um so noch genauer entsprechende Stellen anzuzeigen.
Ein weiterer großer Bereich ist die Ferndiagnose. Spezialisierte Fachärzte können die Informationen, die über die Brille aufgenommen werden, direkt mitverfolgen und müssen nicht unmittelbar vor Ort sein, um Medizinstudenten oder anderen Kollegen zu helfen.
Zudem kann AR auch in der Notaufnahme von Nutzen sein, da so eine schnellere Versorgung der Patienten möglich ist. Auch Fachdiagnosen, die tägliche Visite oder die digitale Patientenakte können durch Augmented Reality Technologien unterstützt werden.

Welche Vorteile bringen die Anwendungen von VR und AR mit sich?

Der größte Vorteil von VR, gerade in der Behandlung von psychischen Erkrankungen, ist die Kontrollierbarkeit der Situationen. Die Therapeutin oder der Therapeut kann die entsprechenden Situationen komplett gestalten und so erschaffen, wie es den größten positiven Einfluss auf den individuellen Patienten hat. Die Vorteile der Verwendung von Augmented Reality sind vielseitig. Vor allem AR-Brillen können ein besseres mobiles Arbeiten erleichtern. Zudem wird der Informationsaustausch optimiert und auch die Datenverarbeitung wird deutlich effizienter.

Herausforderungen und Nachteile

Neben den zahlreichen Vorteilen gibt es allerdings auch einige nicht unwesentliche Nachteile, die die Nutzung von VR- und AR-Brillen im Gesundheitswesen mit sich bringt. Ein Aspekt, der sich negativ auf das Tragen einer solcher Brillen auswirkt, ist das Gewicht der Brillen. Sie wiegen mehr als normale Brillen, was sich vor allem bei längeren Operationen bemerkbar macht. Zudem kommt ist die Nutzung einer VR- oder AR-Brille für die wenigsten Ärzte Alltag, weshalb sie ihren Körper erst daran gewöhnen müssen, damit es beispielsweise nicht zu Schwindel-Anfällen kommt.
Hinzu kommt, dass die technische Umsetzung noch längst nicht an dem Punkt ist, an dem sie für eine weitreichende Implementierung sein müsste. Auch die Frage mit der Kostenübernahme wird über lang oder kurz zu einem Diskussionsthema werden, denn solche technischen „Spielereien“ sind nicht günstig und nicht jedes Krankenhaus oder jeder Arzt hat die finanziellen Mittel und Möglichkeiten dafür. Auch das Thema Datenschutz darf nicht außer Acht gelassen werden. Insgesamt lässt sich mit Blick auf die Zukunft sagen, dass die Anwendungen von VR- und AR-Brillen noch einfacher und verträglicher werden wird.

Fazit

Die VR- und AR-Technologie ermöglicht sowohl das Eintauchen in eine neue virtuelle Welt als auch in eine erweiterte Darstellung der Realität mithilfe von Brillen. Beide Technologien bringen verschiedene Vorteile mit sich und werden im Gesundheitsbereich bereits für unterschiedliche Aspekte eingesetzt. Wenn die bestehenden praktischen Probleme gelöst werden, können VR- und AR-Brillen zukünftig noch deutlich mehr genutzt und im Alltag eingesetzt werden.

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