Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz: Innovative Lösungen für Arbeitnehmerschutz und -gesundheit in Unternehmen

Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sind rechtliche Pflichten, denen Unternehmen nachkommen müssen. Warum Unternehmen ihre Maßnahmen im Bereich Gesundheit und Sicherheit heutzutage jedoch nicht nur auf das gesetzlich vorgeschrieben Minimum beschränken sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Noch immer sterben oder erkranken Arbeitnehmende durch Unfälle oder weil sie giftigen Stoffen ausgesetzt sind: Im Jahr 2021 ereigneten sich laut dem Unfallbericht Arbeit in Deutschland 628 tödliche Arbeitsunfälle und 2.559 Menschen starben in Folge einer Berufskrankheit. Bei über 126.000 Personen wurde eine Berufskrankheit erstmals diagnostiziert. Die häufigsten Krankheitsbilder waren dabei Infektionskrankheiten, Hauterkrankungen, Lärmschwerhörigkeit und Hautkrebs durch UV-Strahlung. Doch auch digitaler Stress und psychische Erkrankungen belasten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zunehmend: Im Jahr 2021 betrug die durchschnittliche Dauer einer Krankschreibung aufgrund einer psychischen Erkrankung in Deutschland 39,2 Tage. Dieser Rekordwert übertrifft dabei alle früheren Höchststände.

"Zero Vision" als Leitbild

Um die Sicherheit und Gesundheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu schützen, gibt es in Deutschland und der EU eine Reihe von Gesetzen. Diese verpflichten Arbeitgeber dazu, die Gesundheit und Sicherheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Arbeitsplatz zu gewährleisten. Das Deutsche Bundesministerium für Arbeit und Soziales verfolgt diesbezüglich laut Bundesminister Hubertus Heil eine „Zero Vision“, also „eine Arbeitswelt ohne Arbeitsunfälle oder Berufskrankheiten“.

Rechtliche Grundlagen und Vorschriften zum Arbeitnehmerschutz

Der Arbeitnehmerschutz in Deutschland wird durch das Arbeitsschutzgesetz geregelt. Diese Rahmenvorschrift enthält allgemeine Anforderungen an den Arbeitsschutz und legt fest, dass der Arbeitgeber für die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten am Arbeitsplatz verantwortlich ist.

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an Vorschriften, die spezielle Gefährdungen und Risiken abdecken, z.B. die Verordnung zum Schutz vor Gefahrenstoffen oder Lärm. Diese legen konkrete Schutzmaßnahmen fest, die vom Arbeitgeber umzusetzen sind. Für die Überwachung der Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften sind in Deutschland die Gewerbeaufsichtsämter und die Unfallversicherungsträger zuständig.

Auf europäischer Ebene sind die wichtigsten Grundsätze der EU zur Verbesserung von Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz in der sogenannten Rahmenrichtlinie über den Arbeitsschutz (89/391/EWG) geregelt. Die Mitgliedsstaaten der EU sind verpflichtet, diese Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.

Warum ist Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz so wichtig?

Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz bilden die Grundlage für Arbeitsfähigkeit, Wohlbefinden, Motivation und Produktivität der Beschäftigten und damit auch für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Nicht zuletzt die SARS-CoV-2-Pandemie hat dies noch einmal verdeutlicht: Das Thema Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz wird immer wieder kontrovers diskutiert.

Darum sollten Unternehmen in Gesundheit und Sicherheit investieren

Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, eine sichere Arbeitsumgebung zu schaffen. Verstöße gegen diese Vorschriften können hohe Bußgelder oder sogar eine strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen. Abgesehen von den rechtlichen Regelungen gibt es noch zahlreiche weitere Gründe, warum Unternehmen ihre Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit ihrer Mitarbeitenden optimieren sollten:

  1. Wohlbefinden und Produktivität: Ein sicherer und gesundheitsfördernder Arbeitsplatz wirkt sich positiv auf die Arbeitsfähigkeit, das Wohlbefinden, die Motivation und die Produktivität der Beschäftigten aus. Damit erledigen Mitarbeiter ihre Aufgaben insgesamt besser und motivierter, sodass die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens insgesamt positiv beeinflusst wird.
  2. Geringerer Ausfall: Weniger Arbeitsunfälle und Erkrankungen führen zu weniger Ausfallzeiten und einem reibungsloseren Betriebsablauf.
  3. Talent Retention: Zudem sind Arbeitnehmer eher bereit, bei einem Unternehmen zu bleiben, das sich um ihre Gesundheit und Sicherheit kümmert. Dies reduziert Fluktuationskosten.
  4. Image und Employer Brand: Effektive Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen wirken sich außerdem positiv auf das Image des Unternehmens aus. Dies trägt dazu bei, dass das Unternehmen passendere Bewerber anzieht. Gesundheit und Sicherheit sind folglich wichtige Aspekte der Employer Branding Strategie eines Betriebs und Maßnahmen, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Grundsätzliche Vorgaben für die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz

In Deutschland sind einige Maßnahmen gesetzlich vorgeschrieben. Dazu gehören unter anderem:

  • Regelmäßige Durchführung von Gefährdungsbeurteilung
  • Bereitstellung persönlicher Schutzausrüstung auf Basis der Gefährdungsbeurteilung
  • Schulungen und Unterweisungen

Die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen sind jedoch nur der Mindeststandard. Es wird empfohlen, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten und das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren.

Besonderheiten für die Gesundheit von Arbeitnehmern in der Life Science Branche

Insbesondere in der Life Science Branche, in der Beschäftigte besonders häufig mit Chemikalien, biologischen Stoffen und Krankheitserregern in Kontakt kommen, ist der Arbeitsschutz besonders wichtig, da unsachgemäße Handhabung und fehlender Schutz zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen können.

Zusätzlich zu den physischen Risiken besteht in der Life Science Branche auch das Risiko der Überarbeitung und des hohen Arbeitsdrucks, da die Arbeitsbedingungen in vielen Bereichen sehr anspruchsvoll sind. In der Branche werden hohe Erwartungen an Qualität und Genauigkeit der Arbeit gestellt, da Fehler oft schwerwiegende Folgen haben, insbesondere wenn es um die Zulassung von Medikamenten oder die Sicherheit von Patientinnen und Patienten geht.

Diese Verantwortung kann zu einem hohen Stresslevel führen, welches das Burnout-Risiko erhöht. So zeigt der „Physician Burnout & Suicide Report 2021“, dass über die Hälfte der befragten Ärzte Burnout Symptome aufweisen. Durch Pandemie hat sich die bereits hohe Arbeitsbelastung in vielen Bereichen noch einmal erhöht und die Gesundheit und Sicherheit von Fachkräften in der Life Science Branche belastet.

Innovative Maßnahmen zum Gesundheits- und Sicherheitsschutz

Das mögliche Spektrum an Maßnahmen ist breit. Einige Beispiele für innovative Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen können, sind:

  • Ergonomie-Programme: Durch die Gestaltung von Arbeitsplätzen und -abläufen kann die Belastung auf den Körper reduziert werden. Dies verringert die Verletzungsgefahr und das Risiko für langfristige Leiden, wie Muskel-Skelett-Erkrankungen oder chronische Rückenschmerzen. Ein solches Programm setzt sich aus einer Reihe von Maßnahmen zusammen, die die Arbeitsbedingungen und -umgebung optimieren, z.B. höhenverstellbare Tische, ergonomische Bürostühle, gut positionierbare Bildschirme, Schulungen zur richtigen Körperhaltung und Arbeitsweise (Heben von schweren Gegenständen), ergonomische Beleuchtung und Belüftung, Förderung von Aktivitäten wie Gehpausen oder Mitarbeiter-Sportangeboten.
  • Digitale Gesundheitslösungen: Unternehmen können digitale Lösungen, wie Gesundheits-Apps oder Wearables bereitstellen, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu verbessern. Diese sollten in bestehende Gesundheitsprogramme integriert werden, um die Teilnahme der Mitarbeiter zu gewährleisten. Dabei ist wichtig, sicherzustellen, dass die gesammelten Daten sicher und datenschutzkonform gespeichert und verarbeitet werden.
  • Gamification: Durch die Verwendung von spielerischen Elementen wie Punktesystemen oder Wettbewerbe können Mitarbeiter motiviert werden, gesunde Verhaltensweisen in ihren Alltag zu integrieren. Unternehmen können unterschiedliche „Challenges“ organisieren, um die Gesundheit und das Wohlbefinden zu fördern. Zum Beispiel können Mitarbeiter mit Hilfe von Schrittzählern oder Fitness-Trackern motiviert werden, ein Schrittziel zu erreichen.
  • Anpassung des Speiseplans: Unternehmen können gesündere Mahlzeiten und Snacks anbieten, die reich an Nährstoffen sind und wenig Fett, Salz und Zucker enthalten. Das kann zum Beispiel eine größere Auswahl an Obst sein, die gut zugänglich und sichtbar am Arbeitsplatz platziert wird. Zuckerhaltige Getränke können durch Wasser oder ungesüßte Tees ersetzt werden. Wer Mitarbeitern die Möglichkeit bietet, Gerichte individuell zusammenzustellen, z.B. durch eine Salatbar oder eine Sandwich-Station, sorgt nicht nur eine gesunde Verpflegung, sondern erleichtert auch Mitarbeitenden mit Lebensmittelunverträglichkeiten den Alltag.

Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz ist mehr als eine rechtliche Verpflichtung

Obwohl es in Deutschland eine Reihe an Gesetzen und Vorschriften zum Schutz der Arbeitnehmer gibt, werden jährlich noch immer tausende Menschen mit Berufskrankheiten diagnostiziert und es ereignen sich Arbeitsunfälle. Ein sicherer und gesundheitsfördernder Arbeitsplatz trägt dazu bei, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer motiviert und produktiv sind. Zudem verbessern effektive Gesundheitsmaßnahmen das Image des Unternehmens und erwecken somit das Interesse qualifizierter Fachkräfte. Unternehmen sollten über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus investieren und innovative Lösungen für den Arbeitnehmerschutz umsetzen.

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