Frauen in den Life Sciences – faszinierende Persönlichkeiten und Status Quo

Frauen in Wissenschaft und Forschung sind unverzichtbar für Innovation und Fortschritt in den Life Sciences – dies zeigen prominente Beispiele. In vielen Bereichen der Branche, wie beispielsweise der Pharmazeutischen Industrie, sind Frauen in den letzten Jahren auch immer stärker vertreten. Doch wie steht es um ihre Repräsentation in Führungspositionen?

Die Förderung von Frauen in der Life Science Branche ist sowohl eine Frage der Gleichstellung als auch ein wesentlicher Faktor für den Fortschritt und Erfolg dieses Sektors: Nur durch die Beiträge von Frauen können die entwickelten Technologien und Medikamente die diversen Bedürfnisse der Bevölkerung widerspiegeln und befriedigen. Insbesondere im Gesundheitswesen und der Pflege dominieren Frauen zahlenmäßig und auch in Bereichen wie der Pharmaindustrie oder der Biologie sind sie bereits stark vertreten. Dennoch bleibt die Herausforderung, mehr Frauen in Führungsrollen zu bringen – dort sind sie im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen in der Regel deutlich unterrepräsentiert.

Frauen in der Life Science: Das ist der Status Quo

In der Pharmazeutischen Industrie sind 39,2 % der Beschäftigten weiblich, was die Branche im Vergleich zu einem fortschrittlichen Bereich für Frauenkarrieren macht. Ähnliche Zahlen finden sich in Mathematik-, Biologie-, Chemie- und Physikberufen mit einem Frauenanteil von 38,2 %. Die Lebensmittelherstellung und -verarbeitung geht mit 43,4 % weiblichen Beschäftigten sogar darüber hinaus. Am höchsten fällt der Frauenanteil mit 80,9 % im allgemeinen Gesundheitswesen aus.

Trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt die Herausforderung bestehen, Frauen in Führungspositionen zu fördern, da sie in der Pharma in diesen Positionen lediglich 18,6 % ausmachen. Dies weist auf ein signifikantes Ungleichgewicht in der Führungsebene hin. Im Gesundheitswesen wurden 2023 35,7 % der Führungspositionen von Frauen besetzt.

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Frauen in Pharmazie, Biotechnologie und Medizintechnik: Vor welchen Herausforderungen stehen sie?

Obwohl Frauen in den Life Sciences stark vertreten sind, gibt es immer noch eine „gläserne Decke“, die sie daran hindert, in gleichem Maße Führungspositionen zu erreichen. Folglich ist das Phänomen der „leaky pipeline“, gemäß dem Frauen auf dem Weg nach oben in ihrer Karriere aus verschiedenen Gründen ausfallen, weiterhin präsent. Dieses Ungleichgewicht begrenzt die Sichtbarkeit weiblicher Vorbilder und führt zu einem Mangel an Mentorship-Möglichkeiten für aufstrebende Wissenschaftlerinnen.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben stellt eine weitere Herausforderung dar, da insbesondere Frauen nach wie vor oft die Hauptverantwortung für familiäre Pflichten tragen. Die Anforderungen einer wissenschaftlichen Karriere, einschließlich langer Arbeitszeiten, der Notwendigkeit zu reisen und der Druck, kontinuierlich zu publizieren, können mit familiären Verpflichtungen in Konflikt stehen.

In den Schnittstellenbereichen zwischen Life Sciences und technischen Disziplinen, wie z.B. der Biomedizintechnik, sind Frauen außerdem nach wie vor unterrepräsentiert. Obwohl es Anstrengungen gibt, Mädchen und junge Frauen für MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu begeistern, bleibt die Beteiligung ungleich, denn nur 15,5 % der MINT-Jobs werden von Frauen ausgeführt.

Vielfalt als Schlüssel zu Innovation: Warum brauchen wir mehr Frauen in den Life Sciences?

Diversität fördert Innovation – eine Tatsache, die in den Life Sciences besonders zutrifft. Frauen bringen unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen in die Forschung ein, durch die kreative Lösungen für altbekannte Probleme entstehen können. Ihre Beteiligung gewährleistet, dass die Bedürfnisse und Perspektiven beider Geschlechter in der Wissenschaft berücksichtigt werden, was zu umfassenderen Ergebnissen und letzten Endes einer besseren Gesundheitsversorgung für die Weltbevölkerung führt.

Inspirierende Frauen in der Life Science – früher

Die Geschichte der Frauen in den Life Sciences ist geprägt von Pionierinnen, die oft gegen Widerstände ankämpfen mussten, um Anerkennung in einem von Männern dominierten Feld zu finden. Dennoch trugen Frauen schon früh wesentlich zur Entwicklung der Biologie, Medizin, Genetik und verwandten Disziplinen bei. Dazu zählten zum Beispiel:  

  • Rosalind Franklin (1920-1958): Rosalind Franklin war eine herausragende britische Wissenschaftlerin, die vor allem für ihre wegweisenden Arbeiten in der Molekularbiologie bekannt ist. Geboren am 25. Juli 1920 in London, spielte Franklin eine entscheidende Rolle bei der Entschlüsselung der Struktur der DNA, der Trägersubstanz der Erbinformation.
  • Rita Levi-Montalcini (1909-2012): Für ihre Entdeckung des Nervenwachstumsfaktors erhielt Levi-Montalcini 1986 den Nobelpreis für Physiologie und Medizin. Ihre Forschungen haben das Verständnis der zellulären Mechanismen, die das Wachstum von Nervenzellen steuern, revolutioniert.
  • Barbara McClintock (1902-1992): McClintock wurde 1983 mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für ihre Entdeckung der „springenden Gene“ ausgezeichnet, die zeigen, wie Gene sich auf und zwischen Chromosomen bewegen. Ihre Arbeit hat das Feld der Genetik maßgeblich geprägt.
  • Christiane Nüsslein-Volhard (geboren 1942): Sie ist eine deutsche Biologin, die für ihre Forschungen zur genetischen Steuerung der Embryonalentwicklung 1995 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin erhielt. Ihre Arbeit hat wesentlich zum Verständnis der molekularen Prozesse beigetragen, die die Entwicklung von Organismen steuern.
  • Elizabeth H. Blackburn (geboren 1948): Blackburn ist eine Biochemikerin, die 2009 – gemeinsam mit Carol W. Greider und Jack W. Szostak – den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für die Entdeckung erhielt, wie Chromosomen durch Telomere und das Enzym Telomerase geschützt werden.

Inspirierende Frauen in der Life Science – früher ​

Heute leisten Frauen tagtäglich in den unterschiedlichsten Berufen und Branchen ihren Beitrag zur Innovation in der Life Science Branche. Nur einige wenige Beispiele sind:

  • Jennifer Doudna: Für ihre Rolle in der Entwicklung der CRISPR-Cas9 Gen-Editierungstechnologie erhielt sie 2020 den Nobelpreis für Chemie. Diese Technologie hat das Potenzial, die Genetik zu revolutionieren.
  • Emmanuelle Charpentier: Zusammen mit Jennifer Doudna für die Entwicklung von CRISPR-Cas9 ausgezeichnet, hat Charpentier bahnbrechende Beiträge zur Gentechnik geleistet. Diese öffnen die Tür zu neuen medizinischen Behandlungen.
  • Tu Youyou: Tu Youyou ist eine chinesische Pharmakologin, die 2015 als erste chinesische Wissenschaftlerin den Nobelpreis für Physiologie bzw. Medizin erhielt. Sie wurde für ihre Entdeckung von Artemisinin geehrt, einem Wirkstoff, der heute eine der effektivsten Behandlungen gegen Malaria darstellt. Ihre Arbeit führte zur Entwicklung einer neuen Malaria-Therapie, die Millionen von Leben gerettet hat.
  • Katalin Karikó: Katalin Karikó ist eine ungarisch-amerikanische Biochemikerin, die für ihre wegweisende Forschung im Bereich der messenger-RNA (mRNA) bekannt geworden ist. Ihre Arbeit hat entscheidend zur Entwicklung von mRNA-basierten Therapien und Impfstoffen beigetragen, einschließlich der COVID-19-Impfstoffe von Pfizer-BioNTech und Moderna, die eine zentrale Rolle im globalen Kampf gegen die Pandemie gespielt haben.
  • Özlem Türeci: Als Mitbegründerin von BioNTech spielte sie eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des ersten stark wirksamen COVID-19-Impfstoffs auf Basis der mRNA-Technologie. Damit hat Türeci, die auch als „Impfstoff-Royalty“ bezeichnet wird, einen erheblichen Beitrag zur weltweiten Bemühung geleistet, die COVID-19-Pandemie zu bekämpfen.

Zukunft der Frauen in den Life Sciences gestalten

Die Errungenschaften von Frauen in den Life Sciences, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart, illustrieren eindrucksvoll den Beitrag, den sie zur wissenschaftlichen Gemeinschaft und zum allgemeinen Wohlergehen der Menschheit geleistet haben. Die aktive Förderung und Unterstützung von Frauen in den Life Sciences ist entscheidend für die Zukunft der Branche, denn nur in einer inklusiven und gerechten Arbeitsumgebung können wir das volle Potenzial aller Talente nutzen und dadurch die Innovationskraft in den Life Sciences steigern. Die Bereicherung von Pharma, Medizintechnik und Biotechnologie durch Frauen in der Forschung ist unbestreitbar. Ihre Beiträge und Führungsqualitäten sind unerlässlich, um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu bewältigen und die Grenzen dessen, was in den Life Sciences möglich ist, weiter zu verschieben.  

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