Die Gender-Gap in MINT Berufen

Es wird schon lange diskutiert, weshalb der Frauenanteil in MINT Berufen besonders gering ist. Hinzu kommen millionenschwerer Programme und etlicher Initiativen und doch ist die Lücke groß und steigt weiter. Was sind die Ursachen? Und wie kann es weitergehen in Sachen “Gender-Gap”?

Schon im Jahr 2008 beschloss das Bundesministerium für Bildung und Forschung den Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen, „Komm, mach MINT„. Das kurzfristige Ziel des Vorhabens: ein bundesweites Netzwerk etablieren, um Mädchen und Frauen für ein MINT-Studium oder einen -Beruf zu begeistern. Langfristig sollen so deutlich mehr weibliche Führungspositionen besetzt und die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen geschlossen werden. Und das ist nur eine von zahlreichen Aktivitäten, um den Frauenanteil in den nach wie vor männlich dominierten Berufen zu erhöhen. Doch der Status-quo beim Thema “MINT-Frauen” sieht trotzdem düster aus: die Fachkräftelücke im MINT Bereich steigt deutlich.

Was ist MINT?

Hinter der Abkürzung verbergen sich die Anfangsbuchstaben der Gebiete Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Kurz: Alles vielfach noch mit dem “Nerd-Image” behaftet ist. Und das, obwohl die Berufe in diesen vier Bereichen extrem facettenreich sowie extrem gefragt sind – der Fachkräftemangel ist hier besonders stark. Softwareentickler:innen, Mechatroniker:innen, Biochemiker:innen oder Laborant:innen werden händeringend von vielen Unternehmen gesucht und auch gut bezahlt. Doch laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund Bundesvorstand (DGB) kann der hohe Bedarf an Fachkräften speziell in diesem Bereich nicht gedeckt werden. Grund dafür sind der demographische Wandel sowie die Dekarbonisierung und Digitalisierung.

Doch das hat auch eine gute Seite: Das Thema MINT-Frauen nimmt noch einmal Fahrt auf und rückt in den Fokus der Aufmerksamkeit.

Bedarf an MINT-Fachkräften steigt – auch in der Life Science Branche

Der Bedarf an Fachkräften im MINT-Bereich nimmt stark zu. Die bundesweite Arbeitskräftelücke betrug im letzten Jahr insgesamt 276.900. Sie liegt damit weit über dem Vorjahreswert von 108.700. Der MINT-Herbstreport 2021 sieht düster aus. Denn so wird befürchtet, dass auch strukturelle Effekte durch Digitalisierung, Dekarbonisierung und Demografie den Bedarf in den kommenden Jahren noch einmal deutlich erhöhen werden. Keine guten Vorzeichen, zumal auch die Pandemie negative Auswirkungen auf die Schulabschlüsse hat. Zudem besorgniserregend ist der geringe Frauenanteil in den MINT-Berufen von lediglich 15,5 Prozent. Der Frauenanteil bei Absolvierenden von MINT-Studiengängen liegt recht konstant bei rund 30 Prozent. Schlechter sind die Zahlen bei den MINT-Ausbildungsberufen: Hier sind junge Frauen nur mit einem Anteil von unter 10 Prozent vertreten, doch die Sicherung des MINT-Nachwuchses ist für die Industrie extrem wichtig. Nur so können über Innovationen die Herausforderungen der Zukunft gemeistert werden. Es braucht clevere Ideen und innovative Patente, damit die Weichen für nachhaltiges Wachstum stellt werden können. Das zeigt sich am deutlichsten in der Pharma-und Chemieindustrie. Über 10 Prozent der Unternehmen gaben im Herbstreport an, dass die Fachkräftesicherung in den nächsten fünf Jahren absolute Priorität hat – damit ist diese Branche Spitzenreiter.

Gründe für die Gender Gap

Das Nerd-Image, fehlendes Wissen, Defizite im Bildungssystem, die Auswirkungen der Pandemie, zu viele Klischees in der Berufs- und Studienorientierung, zu geringe Integration der Nachhaltigkeitsthemen in den Unterricht an Schulen und in außerschulischen Initiativen oder die geringe Sichtbarkeit von Role Models: Gründe für die MINT-Lücke, die zwischen dem Männer- und Frauenanteil klafft, gibt es viele.

Doch es gibt Potenzial, welches sich nutzen lässt, denn die Motivation für MINT ist groß: Mit 62 Prozent machen sich deutlich mehr junge Frauen Sorgen um den Klimawandel im Vergleich zu den Männern. Mit MINT-Fachwissen lässt sich die Zukunft nachhaltiger gestalten, doch noch wissen das nicht viele Frauen und Mädchen. Meist fehlt ihnen schlicht die Vorstellung. Der Bund will deshalb eine große Offensive bei der Lehrerbildung sowie -ausbildung starten, die auch Quereinsteigende berücksichtigt.

Smarte Initiativen & Denkanstöße

Der Schwerpunkt der zahlreichen Initiativen, die Frauen für MINT-Berufe begeistern sollen, liegt auf Berufen im akademischen Bereich. Der Bund legt nach und schreibt den MINT-Aktionsplan fort. Als strategisches Dach bündelt der Plan mehrere Fördermaßnahmen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Auch wird die Netzwerk-Initiative “Komm. mach MINT” unter dem neuen Namen “MINTvernetzt” weitergeführt. “ Die Aktion Nationales MINT Forum dient der Stärkung der MINT-Bildung.

Mit anderen Ansätzen können innovative Weiterbildungsunternehmen aufwarten. Sie bilden unter anderem gezielt Quereinsteigerinnen im MINT-Bereich aus. So beispielsweise AW Academy. Das Unternehmen entwickelt effiziente Intensivtrainings und anspruchsvolle Weiterbildungsprogramme, damit in nur 13 Wochen IT-Quereinsteigern zu IT-Fachkräften werden. Weitere Impulse gehen von Frauen-Netzwerken oder Frauen-Karrieremessen aus. Sie geben Frauen eine Bühne, vermitteln Mentoren und bieten individuelle Beratung und Hilfe.

Sichtbarkeit für Frauen unter anderem in der Pharmaindustrie ist auch der Bloggerin Vreni Frost wichtig. Sie nutzt ihre Strahlkraft auf Social Media und rückt das Thema Gleichberechtigung in den Mittelpunkt. Sie stellt Role Models in der Life Science Branche vor: eine von ihnen ist Dr. Lamiaa Bahnassawy. Sie arbeitet als Senior Scientist bei AbbVie. Davon braucht es mehr – nicht nur in der Pharmaindustrie. Die pharmazeutische Industrie gilt bei Frauen als ein attraktiver Arbeitgeber, denn rund 41% der Arbeitnehmer in diesem Bereich sind weiblich. Der Durchschnitt des verarbeitenden Gewerbes liegt hingegen bei rund 18 Prozent.

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