Welttag der Alphabetisierung: Wie Analphabeten den Berufsalltag meistern

Lesen und Schreiben öffnet das Tor zur Welt des Wissens, zur gesellschaftlichen Teilhabe und zur Selbstentfaltung. Doch noch immer haben viele Menschen Schwierigkeiten, einfache Sätze zu verstehen oder zu schreiben – auch in Deutschland. Zum Welttag der Alphabetisierung haben wir alle wichtigen Informationen zusammengetragen.

Alphabetisierung bezeichnet die grundlegende Fähigkeit des Lesens und Schreibens. Funktionale Alphabetisierung bedeutet, dass man in der Lage ist, Texte im Alltag zu verstehen, zu nutzen und selbst zu verfassen. Das umfasst beispielsweise das Lesen von Strassenschildern, das Verstehen von Arbeitsanweisungen oder das Schreiben von E-Mails. Es geht dabei folglich um mehr als das blosse Lesen und Schreiben, sondern um das Anwenden dieser Fähigkeit in realen Kontexten.

Wie viele Menschen sind Analphabeten?

2020 konnten laut UNESCO etwa 13 % der globalen Bevölkerung ab 15 Jahren nicht auf einem Grundniveau lesen und schreiben. Unter den Analphabeten war ein signifikanter Geschlechterunterschied sichtbar: So können etwa 17 % der Frauen weltweit nicht lesen und schreiben, bei den Männern sind es nur etwa 10 %.

Obwohl viele denken, dass Analphabetismus in entwickelten Ländern kein Problem darstellt, ist der Anteil in Deutschland nur marginal geringer: Hierzulande haben 6,2 Millionen Menschen Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben, was in etwa 12,1 Prozent der Erwerbstätigen entspricht. Zudem gibt es 10,6 Millionen Erwachsene (20,5 %), die auch bei gängigen Wörtern Schreibfehler machen.

Warum Alphabetisierung so wichtig ist

Alphabetisierung ist ein grundlegendes Menschenrecht und ein entscheidender Faktor für die persönliche und gesellschaftliche Entwicklung. Sie ermöglicht es, sich Informationen zu beschaffen und sich selbst weiterzubilden. Zudem ist sie eine der Grundvoraussetzungen für die Teilnahme an demokratischen Prozessen. Ohne Alphabetisierung ist es schwierig, sich zu informieren, Entscheidungen zu treffen oder einfach nur am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Auch das wirtschaftliche Potenzial ist nicht zu vernachlässigen: In vielen Berufen ist die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben unerlässlich. Alphabetisierte Menschen haben daher bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und können so ihre Lebensbedingungen und die ihrer Familien verbessern.

Wie meistern Analphabeten ihren Berufsalltag?

Analphabeten stehen im Berufsalltag vor besonderen Herausforderungen, die Stress und Ängste auslösen können. In den meisten Kulturen wird erwartet, dass Erwachsene lesen und schreiben können. Zudem wird Bildung oft als Indikator für Intelligenz, Kompetenz und sozialen Status angesehen. Viele Betroffene verbergen ihre Lese- und Schreibschwierigkeiten aus Scham oder aus Angst vor Nachteilen. Sie entwickeln kreative Strategien, um ihre Schwierigkeiten zu umgehen oder arbeiten in Berufen, in denen die täglichen Aufgaben routiniert ablaufen und wenig oder gar kein Lesen und Schreiben erfordern. Einige Analphabeten vertrauen sich auch Kollegen an, die ihnen helfen, schriftliche Informationen zu verstehen. Deshalb ist es schwer zu quantifizieren, wie viele Menschen wirklich betroffen sind und wie oft Analphabetismus am Arbeitsplatz unbemerkt bleibt.

Mögliche Ursachen von Analphabetismus und der richtige Umgang

Viele Menschen können sich nicht vorstellen, dass jemand in einem entwickelten Land wie Deutschland nicht lesen oder schreiben kann. Das führt dazu, dass das Problem häufig übersehen oder missverstanden wird und Betroffene stigmatisiert werden.

Es gibt viele Gründe, warum jemand Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben könnte, wie beispielsweise Lernschwierigkeiten, fehlender Bildungszugang in der Kindheit oder traumatischer Erlebnisse. Viele Analphabeten hatten zu Schulzeiten negative Erfahrungen, sie wurden vielleicht verspottet oder fühlten sich unverstanden. Das Bewusstsein für diese Gründe und ein empathischer Umgang mit Betroffenen trägt dazu bei, das Stigma und die Scham, die mit Analphabetimus verbunden sind, zu verringern.

Alphabetisierung: Was können wir tun, um Analphabeten zu unterstützen?

Die Sensibilisierung der Gesellschaft und der Berufswelt für das Thema Alphabetisierung ist der erste Schritt. Durch Bildungsprogramme, die sowohl auf Kinder als auch auf Erwachsene abzielen, können wir sicherstellen, dass jeder Mensch die Chance hat, lesen und schreiben zu lernen. Im Berufsalltag müssen Arbeitgeber sicherstellen, dass Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben haben, nicht weiter stigmatisiert werden. Vielmehr sollten sie ermutigt und unterstützt werden, ihre Fähigkeiten zu verbessern. Arbeitgeber können sich an lokale gemeinnützige Organisationen oder Bildungseinrichtungen wenden, um zusätzliche Unterstützung und Ressourcen für Analphabeten zu erhalten. Ein Beispiel ist der „Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V.“. Dieser setzt sich auf nationaler Ebene für die Belange von funktionalen Analphabeten ein.

Alphabetisierung als Menschenrecht

Trotz Verbesserung des weltweiten Bildungsniveaus bleibt Analphabetismus ein signifikantes Problem – selbst in entwickelten Ländern wie Deutschland. Dabei ist die Fähigkeit des Lesens und Schreibens nicht nur ein grundlegendes Menschenrecht, sondern auch die Voraussetzung für persönliche und gesellschaftliche Weiterentwicklung. Daher ist es wichtig, das Ausmass des Problems zu verstehen und einen empathischen Zugang zu Betroffenen zu finden, um effektive Unterstützung zu gewährleisten und Scham und Leid zu verhindern. Gezielte Bildungsinitiativen und die Sensibilisierung von Arbeitgebern sind entscheidende Schritte, um jedem die Tür zur gesellschaftlichen Teilhabe zu öffnen.

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