Umweltschutz durch Innovation: Welchen Beitrag leistet die Life Science Branche?

Ohne drastische Schritte ist das 1,5 Grad Ziel nicht mehr zu erreichen – so das Fazit des neusten Berichts des Weltklimarates. Es werden dringend Innovationen und neue Technologien benötigt, um effektiver gegen den Klimawandel vorzugehen. Welchen Beitrag kann die Life Science Industrie dabei leisten?

Es sind dunkle Zeiten für Klimaschützer: Der Weltklimarat weist in seinem neusten Bericht darauf hin, dass das Ziel der Weltgemeinschaft, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, weit verfehlt wird – selbst wenn alle bisherigen Selbstverpflichtungen eingehalten werden. Um noch eine Chance zu haben, müssten die CO2-Emissionen bis 2030 um 48 Prozent gegenüber den Emissionen aus dem Jahr 2019 sinken. Durch die alleinige Umsetzung der derzeitigen Massnahmen und Pläne lässt sich der Klimawandel folglich nicht ausreichend bekämpfen. Hoffnung geben neue Innovationen und Technologien zum Schutz der Umwelt. Insbesondere in der Life Science Industrie gibt es eine Vielzahl von Innovationen, die dazu beitragen können, die Überschreitung des 1,5 Grad Ziels zu begrenzen.

1. Resistentere Pflanzen, biologische Pflanzenschutzmittel und Präzisionslandwirtschaft für eine nachhaltigere Landwirtschaft

Unsere Landwirtschaft ist für etwa 25 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Eine nachhaltigere Landwirtschaft stellt damit einen wichtigen Hebel dar, um Emissionen zu reduzieren. Life Science Unternehmen arbeiten daran, biologischere Lösungen zu entwickeln, die den Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft reduzieren. Zum Beispiel können biologische Schädlingsbekämpfungsmittel und Düngemittel dazu beitragen, die Umweltbelastung zu minimieren.

Widerstandsfähige Pflanzen und Präzisionslandwirtschaft für eine gesteigerte Effizienz

Zudem forschen Unternehmen in der Life Science Branche an Pflanzensorten, die widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und Schädlingen sind, weniger Wasser und Dünger benötigen und höhere Erträge liefern. Die Verwendung der richtigen Pflanzenarten kann ebenfalls dazu beitragen, den Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln zu reduzieren und die Effizienz der Landwirtschaft zu verbessern.

 

Auch an der Weiterentwicklung und dem Einsatz der Präzisionslandwirtschaft, die Technologie und Daten nutzt, um landwirtschaftliche Prozesse effizienter und nachhaltiger zu gestalten, ist die Life Science Industrie massgeblich beteiligt.

Präzisionslandwirtschaft
Präzisionslandwirtschaft ist ein Konzept, das es Landwirten ermöglicht, ihre Anbaumethoden und Ressourceneffizienz durch den Einsatz von Technologien und Datenanalyse zu verbessern. Dabei werden Daten aus Sensoren, Satelliten, Drohnen und anderen Quellen erfasst und analysiert, um die Bodenbeschaffenheit, das Wasser, die Wachstumsbedingungen für Pflanzen und andere relevante Faktoren zu verstehen und zu optimieren.
Previous slide
Next slide

Durch Präzisionslandwirtschaft können Landwirte exaktere Entscheidungen über die Landnutzung, Bewässerung, sowie den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden treffen. Ausserdem können sie in Echtzeit auf Veränderungen im Boden oder der Wetterbedingungen reagieren. Daher ist die Weiterentwicklung der Präzisionslandwirtschaft ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigeren, effizienteren und produktiveren Landwirtschaft.

Präzisionslandwirtschaft als ganzheitlicher Ansatz zum Umweltschutz

Immer mehr führende Life Science Unternehmen haben die Chancen einer nachhaltigeren Landwirtschaft erkannt: So will beispielsweise Bayer seinen Fokus von der reinen Produktlieferung hin zu einer ganzheitlichen Beratungsleitung für Landwirte verlagern. Ziel ist es, den Anwendern von Bayer-Produkten eine umfassende Unterstützung bei der nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer Flächen zu bieten. Dazu sollen zum Beispiel digitale Lösungen wie die Drohnentechnologie und datengestützte Analysen eingesetzt werden und das Segment der biologischen Pflanzenschutzmittel ausgeweitet werden.

2. „In-vitro-Fleisch“ verspricht Fleischverzehr ohne Umweltbelastung und Tierleid

Die Massentierhaltung macht einen grossen Teil der Treibhausgasemissionen aus. Eine vielversprechende Innovation aus der Lebensmittelchemie ist die Forschung an sogenanntem „In-vitro-Fleisch“ – auch kultiviertes Fleisch oder Zellfleisch genannt. Dieses wird durch die Kultivierung von Tierzellen ausserhalb tierischer Körper gewonnen. Durch die Entnahme und Kultivierung in einem Nährmedium werden die Zellen dazu angeregt, Muskelzellen, Fettzellen und andere Bestandteile von Fleisch zu bilden. Diese können dann zu Fleischprodukten wie Burgern, Würsten oder Steaks geformt werden.

Ziel ist es, eine nachhaltigere und ethischere Alternative zur traditionellen Fleischproduktion anzubieten, da weniger Ressourcen und Land benötigt und keine Tiere getötet werden. Zudem ermöglicht das Verfahren eine bessere Qualitätskontrolle, wodurch die Produkte gesünder und geschmackvoller werden könnten.

Erste In-vitro-Fleisch Produkte in den USA auf dem Markt

Bereits 2013 stellte beispielsweise das niederländische Unternehmen Mosa Meat den ersten aus tierischen Zellen gezüchteten Hamburger Patty vor. Mark Post, Gründer von Mosa Meat und Professor an der Universität Maastricht, schätzte damals, dass es etwas zehn Jahre dauern würde, bis eine Massenproduktion möglich sei – und hat damit ziemlich genau ins Schwarze getroffen: In den USA erhielt das Unternehmen GOOD Meat erst vor kurzem grünes Licht von der US-amerikanischen Lebensmittelbehörde FDA für den Verkauf von Chicken Nuggets aus In-vitro-Fleisch. Die FDA hat bestätigt, dass alle Sicherheitsfragen geklärt sind und der Verzehr unbedenklich ist. Zuvor waren die Produkte bereits in Singapur erhältlich.

Fleisch aus dem Labor: Weitere Länder wollen den Weg frei machen

Auch andere Länder haben in den vergangenen Jahren spezielle gesetzliche Regelungen für neuartige Lebensmittel eingeführt – darunter Kanada, Australien und die Europäische Union. Bevor diese auf den Markt gebracht werden können, müssen sie ihre Sicherheit und Verträglichkeit nach wissenschaftlichen Standards nachweisen. Zudem dürfen sie Verbraucher nicht irreführen. Das Good Food Institute erwartet, dass schon bald erste Zulassungsanträge bei der EU-Kommission eingereicht werden.

3. Algen als Kraftstoff der Zukunft?

Biokraftstoffe sind eine wichtige Alternative zu fossilen Brennstoffen. Sie können dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor zu reduzieren. Eine vielversprechende Entwicklung in diesem Bereich ist die Herstellung von Biokraftstoff aus Algen. Da diese schnell wachsen und keine landwirtschaftliche Fläche benötigen, sind sie eine nachhaltige und skalierbare Quelle.

Im EU-Projekt „MacroFuels“ wird derzeit von Wissenschaftlern die Leistung des Biokraftstoffs der 3. Generation, der zu 90 Prozent aus Benzin und zu einem geringeren Anteil aus Algenkraftstoff besteht, getestet. Die Forscher arbeiten daran, den Anteil an Biokraftstoff im Kraftstoffgemisch zu erhöhen und sehen Seegras als möglichen Ersatz für fossile Brennstoffe bei Kraftfahrzeugen, Schiffen und Flugzeugen.

Erst kürzlich verkündete United Airlines, in Zukunft weitere 1,5 Milliarden US-Dollar in biobasierte Kraftstofftechnologien zu investieren. Dieser soll bis zu 80 Prozent weniger CO2-Emissionen erzeugen als herkömmlicher Kraftstoff und bereits in den nächsten fünf Jahren in Betrieb genommen werden. Das Flugunternehmen will damit einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Umweltbelastung durch den Flugverkehr leisten. 

Die Life Science Industrie: Innovationstreiber für Klima- und Umweltschutz

Die Life Science Industrie kann einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten, indem sie Innovationen und Technologien weiterentwickelt, die Treibhausgasemissionen reduzieren. Biologische Düngemittel, resistentere Pflanzensorten, Kraftstoffe aus Algen und „In-vitro-Fleisch“ sind nur wenige Beispiele für Innovationen, an denen Life Science Unternehmen derzeit arbeiten.

Um diese Bestrebungen zu fördern, bedarf es jedoch auch Anreize aus der Politik, welche beispielsweise in Form von Förderprogrammen für Unternehmen, die sich aktiv den Umweltschutz engagieren und umweltfreundliche Technologien entwickeln, umgesetzt werden könnten. Darüber hinaus müssen Regierungen die nötigen Rahmenbedingungen schaffen, um umweltfreundliche Innovationen schnell und sicher auf den Markt bringen zu können. Letztendlich erfordert die Bekämpfung des Klimawandels jedoch eine gemeinsame Anstrengung von Unternehmen, Regierungen und der Bevölkerung.

Für unseren Newsletter anmelden
Blog teilen
Weitere Beiträge
Rufen Sie uns an!
München
Zürich
Wir freuen uns von dir zu hören!
Initiative krebskranke Kinder München e.V.

Als Mitglied der Life Science Branche ist es uns eine Herzensangelegenheit, auch einen direkten Beitrag für unsere Gesellschaft zu leisten. Die Gesundheit unserer Mitmenschen ist dabei von besonderer Bedeutung für uns und deshalb unterstützen wir die Initiative krebskranke Kinder München e.V.  

KONTAKT

Initiative krebskranke Kinder München e.V.  
Belgradstraße 34 I D- 80796 München I Deutschland I  
Tel. 089/ 534026 I Fax 089/ 531782 I  
Mail buero@krebs-bei-kindern.de I www.krebs-bei-kindern.de

APSCo Deutschland

APSCo (Association Professional Staffing Companies) ist der deutsche Verband für die Recruitment Industrie. Mitglieder sind internationale und inländische Personalagenturen mit Sitz in Deutschland.

Der Verband vertritt die Interessen der Mitglieder hinsichtlich Verhaltenskodex und Lobbyismus und hat sich zum Ziel gesetzt, das Berufsbild des „Personalvermittlers“ in Deutschland bekannter zu machen. ARISTO ist Gründungsmitglied von APSCO Deutschland. Unsere Geschäftsführung sitzt im Vertretungssauschuss.

KONTAKT

APSCo Deutschland GmbH  
Hanauer Landstrasse 126-128 I D-60314 Frankfurt am Main I  
Deutschland I Tel. 069/ 50 95 75 591 I  
Mail tremayne.elson@apsco.org I www.apsco.de 

Bundesverband für selbständige Wissensarbeit

Die Allianz für selbständige Wissensarbeit (ADESW) vereint führende Dienstleister für den projektbasierten Einsatz hochqualifizierter, selbständiger Wissensarbeiter sowie hierzu assoziierte Partner wie z.B. den Verband für Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Die Mitgliedsunternehmen beschäftigen intern mehr als 4.500 festangestellte Mitarbeiter.

Der Branchenumsatz mit selbständigen Wissensarbeitern betrug im Jahr 2015 mehr als 15 Mrd. Euro. Im Jahresdurchschnitt besetzen die Allianz-Mitglieder gemeinsam mehr als 20.000 Projekte mit selbständigen Experten. Über 5.000 Kunden, darunter namhafte Dax-Unternehmen, zahlreiche KMUs und Startups sowie Bundesbehörden und andere öffentliche Auftraggeber profitieren von dieser Expertise. 

KONTAKT

Allianz für selbständige Wissensarbeit (ADESW) e.V.  
Karlplatz 7 | D-10117 Berlin | Deutschland I Tel. 030/ 847 884 100 I  
Fax 030/847 884 299 I Mailinfo(at)adesw.de I www.adesw.de